Die Geschichte
Im Juli 1907 trafen sich 21 junge Männer unserer Gemeinde und beschlossen, einen Gesangverein zu gründen. Bereits einen Monat später, am 17. August 1907, fand die erste Gründerversammlung statt, bei der die inzwischen ausgearbeitete Satzung dem Verein vorgelegt und einstimmig beschlossen wurde und dem Verein den Namen "Männergesangverein Freundschaft" gaben.
Das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm August Sopp.
Die Tätigkeit des Chorleiters wurde Christian Zimmermann übertragen.
Im Geschäftsbericht des 1. Jahres nach der Gründung ist nachzulesen, dass der Verein schon die stolze Zahl von 41 aktiven Sängern erreicht hatte.
Die erste festliche Veranstaltung war die Fahnenweihe am 08./09. Juni 1913 zu der 23 Gastvereine der Einladung folgten. 500,- Mark kostete die neue Fahne.
Im gleichen Jahr errang der Verein bei einem Gesangwettstreit in Miehlen den 1. Klassen -und den 1. Ehrenpreis.
Diese erfreuliche Entwicklung wurde mit Beginn des 1. Weltkrieges 1914 unterbrochen.
Das Protokoll über die Generalversammlung am 28.12.1918 berichtet, dass der Verein seine aktive Tätigkeit wieder aufgenommen hat. 28 Sänger waren zu dieser Versammlung erschienen.
Neuwahlen ergänzten den Vorstand unter dem bisherigen Vorsitzenden August Sopp.
Ab Januar 1919 fanden wieder regelmäßige Chorproben mit Chorleiter Christian Zimmermann statt.
Bis Ende 1919 stieg die Zahl der aktiven Sänger erfreulicherweise auf 53 an.
Der Jahresbericht von 1924 verzeichnete sogar 63 aktive Sänger.
1932: am 7.August feierte der MGV sein 25jähriges Stiftungsfest.
Wegen der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage jedoch in bescheidenem Rahmen. Im gleichen Jahr verstarb der 1. Vorsitzende August Sopp. Nachfolger wurde Friedrich Dillenberger.
In den folgenden Jahren wurden Veranstaltungen und Feste befreundeter Vereine besucht, bis 1939 mit Beginn des 2. Weltkrieges jede aktive Vereinstätigkeit erlosch.
1946: am 28.Dezember fand eine Mitgliederversammlung statt. Bei den Neuwahlen des Vorstandes wurde der bisherige 1. Vorsitzende Friedrich Dillenberger in seinem Amt bestätigt. Die musikalische Leitung übernahm David Saueressig.
Der Verein zählte zu dieser Zeit 31 Mitglieder.
1950: Chorleiter David Saueressig musste aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten.
Neuer Chorleiter wurde Hauptlehrer Peter Rheingans.
1954: Friedrich Dillenberger gab das Amt des 1. Vorsitzenden ab. Neuer Vorsitzender wurde Erwin Rosenbach.
1957: am 06./07. und 08. Juli wurde das 50. Jubiläum gefeiert. 30 Gastchöre und die örtlichen Vereine gestalteten diese Festtage. Ein eindrucksvoller Festzug bewegte sich Sonntags durch das festlich geschmückte Dorf.
1963: beendete der verdienstvolle Chorleiter Peter Rheingans wegen einem Wohnsitzwechsel seine Tätigkeit.
Als neuer Chorleiter konnte Artur Maus aus Lierschied gewonnen werden.
1967: musste Erwin Rosenbach aus beruflichen Gründen das Amt des 1. Vorsitzenden abgeben. Sein Nachfolger wurde Helmut Zimmermann.
Im gleichen Jahr feierte der Verein sein 60jähriges Bestehen im Rahmen eines Liederabends.
1968: am 30.November wagte der Chor -ermutigt von den bisherigen Erfolgen- erstmals ein Wunschkonzert, was begeistert angenommen wurde.
1970: am 07.Januar verstarb Chorleiter Artur Maus im Alter von 46 Jahren.
Sangesbruder Alfred Schupp, der schon öfter den Chorleiter vertrat, übernahm vorläufig die musikalische Leitung.
Die Bemühungen des Vorstandes um einen neuen Chorleiter hatten bald Erfolg.
Kurt Müller, Kantor in St. Goarshausen, übernahm das Amt des Chorleiters am 02. Februar.
Unter seiner Leitung konnte 1981 der Bornicher Kinderchor mit einer stattlichen Anzahl von über 60 Kindern, das 10 jährige Bestehen.
1979: Helmut Zimmermann legte aus beruflichen Gründen seinen Vorsitz nieder. Nachfolger wurde Wilhelm Nocher, der bis 1991 die Geschicke des Vereins leitete und danach zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde.
1982: wurde das 75järige Vereinsjubiläum gefeiert. Die Festlichkeiten fanden vom 16. bis 18. Juni in einem großen Festzelt auf dem Gelände am Winzerkeller statt.
45 Chöre waren während der 3 Festtage bei uns zu Gast. In diesem Rahmen erfolgte die feierliche Einführung von Bettina Lenz in ihr Amt als 2. Loreley.
1986: am 01. August übernahm Kantor Klaus Vogt das Amt des Chorleiters.
1991: Wolfgang Schreiber leitete als Nachfolger von Wilhelm Nocher den MGV, bis zu seinem Wegzug aus Bornich.
1994: am 15. Januar übernahm Peter Schupp den Vorsitz.
1996: Mit Jörg Weinand gelang es dem Verein einen neuen Chorleiter zu gewinnen, der nunmehr mit dem MGV „Freundschaft“ Bornich mehr als 10 Jahre erfolgreich verbunden ist.
1997: Seit 9 Jahrzehnten begeisterte der MGV viele Menschen für die Musik. Grund genug, zusammen mit 16 Gastchören dieses Jubiläum im April gebührend zu feiern.
2001 bis heute: Peter Schupp konnte aus beruflichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender nicht weiter fortführen und legte deshalb dieses am 30. Januar nieder.
Die Nachfolge tritt der bisherige 2. Vorsitzende Hermann Lenz an.
Als neuer 2. Vorsitzender rückt Uwe Becker nach.
Heute pflegt der MGV „Freundschaft“ Bornich innerhalb unserer Gemeinde das gesangliche Kulturgut bei verschiedenen Anlässen. So gehören gesangliche Darbietungen an Gottesdiensten, sowie an festlichen Ereignissen, u.a. wie goldenen und diamantenen Hochzeiten, oder Festlichkeiten anderer Ortsvereine zum festen Bestandteil des musikalischen Wirkens.
Aber auch bei der im Frühjahr und Herbst stattfindenden Kerb ist der MGV als helfende Hand eine feste Institution.
Über die Gemeinde –und Landesgrenzen hinaus pflegt der MGV musikalische Kontakte zu anderen Gesangvereinen.
Besonders erwähnenswert war der Besuch in Kufstein / Österreich im Jahr 2003.
Gemeinsam mit dem dortigen Kirchenchor „St. Vitus“ umrahmte der MGV ein Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche St. Vitus und legte damit den Grundstein für ein weiteres Treffen.
Im Juni 2004 machte, im Rahmen einer Fernsehdokumentation über die deutsche Volksmusik, ein koreanisches Fernsehteam auf der Reise quer durch Deutschland in Bornich Halt.
Dem Wunsch des Fernsehteams einer typischen Chorprobe beizuwohnen, konnte erfüllt werden. Neben Tonaufnahmen im Übungsraum folgten Interviews und Außenaufnahmen mit dem Rheintal im Hintergrund.
Mit großem Lob über die musikalische Qualität und verbleibenden Eindrücken über das Rheintal und den dort lebenden Menschen setzte das Team seine Heimreise an.
Im gleichen Jahr machte der „Loreleychor“ aus Zeeland / Holland im Rahmen einer 3-tägigen Bildungsreise Halt an der „echten“ Loreley. Neben einer Führung durch den Bornicher Weinlehrpfad mit anschließender Weinprobe, fand ein gemeinsames Chorkonzert im Sport –und Gemeindezentrum Bornich statt.
Im Jahr 2005 stattete der Kufsteiner Motettenchor der Stadt Wörgl / Österreich den Bornicher Sängern den versprochenen Gegenbesuch ab.
Es folgte ein gemeinschaftliches Chorkonzert im Sport –und Gemeindezentrum Bornich mit vielen Höhepunkten und außergewöhnlichen Klängen.
Nach 3-jähriger Pause stand im Jahr 2006 wieder ein mehrtägiger Ausflug in der Planung.
Ziel war es, das Weserbergland mit einem Abstecher zu den Externsteinen, sowie den Städten Hameln und Rinteln mit seinen schönen Gebäuden der Weserrenaissance, zu erkunden.
Die Reise stand ganz im Zeichen des Gesangs. So folgten die Sänger der Anfrage des dortigen Gemeindgremiums und gaben ein Kirchenkonzert. <//span>In der sehr gut besuchten Kirche „St. Nikolai“ in Rinteln lauschte das Publikum dem MGV „Freundschaft“ Bornich.
Das schöne Ambiente und die hervorragende Akustik entlocktem dem MGV gekonnt vorgetragene Stücke wie „Sanctus“, „die 12 Räuber“, „die Rose“. Die Zuhörer dankten dem MGV durch anhaltenden Beifall.
Anmerkung
Die Geschichte des Chorgesanges in Bornich wäre unvollständig, ohne darauf hinzuweisen, dass es neben dem Männergesangsverein mit dem gemischten Chor und Frauenchor noch zwei weitere singende Chöre gibt. Die Verbundenheit mit der Musik und dem gemeinsamen Musizieren wird in unserer Gemeinde noch dadurch unterstrichen, dass es außer den singenden Chören seit 1912 auch einen Posaunenchor gibt. Wer - außer Bornichern – weiß, dass vor über 350 Jahren in Bornich schon ein Männerchor bestand. In einer alten Hauschronik ist überliefert, dass 1624, also zu Zeit des 30jährigen Krieges, sich eine Anzahl Männer in einem Kirchenchor zusammen schlossen. „Die Chorsänger“, das war die für uns geläufige Bezeichnung dieser Sänger. Woher dieser Name stammt, dafür gibt es eine einfache Erklärung: sie hatten ihren Platz auf der Orgelempore im Chorraum der Kirche und sangen bei Festgottesdiensten und bei sonstigen Anlässen im kirchlichen Bereich. Später war auch die Mitwirkung der „Chorsänger“ bei Beerdigungen ein fester Bestandteil jeder Trauerfeier. Leider musste der Chor seine dreieinhalb Jahrhundert währende segensreiche Tätigkeit im Jahre 1969 einstellen. Die Zahl der Sänger war so stark zurückgegangen, dass ein Singen nicht mehr möglich war. Doch Bornicher bewiesen das Festhalten an einer liebgewordenen Tradition, bereits 1971 gründete sich der oben erwähnte Frauenchor und übernahm in dankenswerter Weise die Nachfolge der "Chorsänger".
Es ist zu hoffen, dass sich der hohe Stellenwert des Chorgesanges auch in Zukunft in unserer Gemeinde fortsetzt und weiterentwickelt.